Frankfurter Skyline in der Abenddämmerung vom Mainufer aus
Foto: Fabio Riccobono / Pexels

Training am Riedberg — was Berufstätige wissen sollten

Die kurze Antwort

Am Riedberg scheitert Training selten am Willen, sondern am Weg. Wer in der Innenstadt oder im Industriehof arbeitet, ist abends frühestens um halb acht zurück — dann noch einmal loszufahren, funktioniert ein paar Wochen und dann nicht mehr. Realistisch sind drei Modelle: Training vor der Arbeit, zwei feste Termine pro Woche im Studio am Riedberg oder kurze Einheiten draußen in Wohnnähe. Alles andere hält dem Alltag hier nicht stand.

Warum der Riedberg ein Sonderfall ist

Der Stadtteil ist jung, gut ausgebildet und stark berufstätig. Viele arbeiten in der Innenstadt, im Bankenviertel oder am Campus. Die U8 und U9 brauchen bis zur Hauptwache rund 20 Minuten, mit Fußweg und Umstieg wird daraus eine gute halbe Stunde je Richtung.

Dazu kommt: Der Riedberg ist ein Familienstadtteil. Wer Kinder hat, hat zwischen Kita-Abholung und Abendessen kein Zeitfenster von zwei Stunden. Genau das aber kostet eine Studioeinheit inklusive Anfahrt und Umziehen.

Das Ergebnis sieht man an jeder Studio-Mitgliedschaft, die im Januar beginnt und im April nicht mehr genutzt wird. Das Problem ist nicht Disziplin, sondern eine Rechnung, die nicht aufgeht.

Einfahrende Bahn auf städtischer Strecke mit Hochhäusern im Hintergrund
Vom Riedberg sind es mit der U8 rund 20 Minuten in die Innenstadt.

Die Zeitrechnung, die niemand macht

Eine ehrliche Aufstellung für eine Studioeinheit am Feierabend:

PostenZeit
Umziehen zu Hause, Tasche packen10 Min.
Weg zum Studio inkl. Parken15 Min.
Warten auf Geräte zur Stoßzeit10 Min.
Eigentliches Training50 Min.
Duschen, Umziehen15 Min.
Rückweg15 Min.
Gesamt115 Min.

Knapp zwei Stunden für 50 Minuten Training. Bei zwei Einheiten pro Woche sind das über ein Jahr rund 110 Stunden, von denen etwa 55 keine Trainingszeit sind.

Der größte Posten ist nicht das Training, sondern der Weg — und der hängt davon ab, wo das Studio liegt. Das FITSEVENELEVEN, in dem ich trainiere, steht an der Altenhöferallee mitten am Riedberg. Wer im Stadtteil wohnt, spart gegenüber einem Studio in der Innenstadt den größten Teil von Hin- und Rückweg, und mit festem Termin und fertigem Plan geht keine Zeit mit Überlegen verloren. Das ist der eigentliche Grund, warum zwei feste Einheiten hier funktionieren — nicht der Komfort, sondern der kurze Weg.

Drei Modelle, die dem Alltag standhalten

Modell 1: vor der Arbeit. Termin um 6:30 oder 7:00 Uhr, 45 Minuten, danach direkt in den Tag. Der Vorteil ist nicht physiologisch — morgens ist man nicht leistungsfähiger — sondern organisatorisch: Um diese Uhrzeit kommt nichts dazwischen. Kein Meeting verschiebt sich, kein Kind wird krank um sechs Uhr früh.

Modell 2: im Studio am Riedberg, zu festen Zeiten. Zwei Termine pro Woche im FITSEVENELEVEN an der Altenhöferallee, vom Stadtteil aus in wenigen Minuten erreichbar. Kein langer Weg, und mit fertigem Plan bleibt die Zeit fürs Training. Wer bereits eigenes Equipment zu Hause hat, kann einzelne Einheiten auch dort machen — mitbringen kann ich keines.

Modell 3: zwei feste Termine, gemischt. Eine Einheit früh, eine am Wochenende. Das ist der häufigste Fall bei Familien und der stabilste, weil beide Termine unterschiedliche Störquellen haben.

Warum zwei Einheiten reichen

Die verbreitete Annahme, es brauche vier oder fünf Trainingstage, ist der Hauptgrund, warum Berufstätige gar nicht erst anfangen. Sie stimmt nicht.

Für Krafterhalt und für sichtbaren Aufbau bei Einsteigern und Wiedereinsteigern sind zwei gut geplante Ganzkörpereinheiten pro Woche ausreichend — vorausgesetzt, die Belastung steigt über die Wochen und die Übungsauswahl deckt die großen Bewegungsmuster ab. Entscheidend ist nicht die Häufigkeit, sondern dass überhaupt regelmäßig ein Reiz gesetzt wird.

Ein Plan für vier Einheiten, den du zweimal machst, ist dagegen kein halber Plan. Er ist ein schlechter, weil die Aufteilung auf Muskelgruppen dann nicht mehr aufgeht und ganze Bereiche wochenlang unbelastet bleiben.

Was der Bürojob mit dem Körper macht

Acht bis zehn Stunden Sitzen wirken sich vorhersagbar aus: verkürzte Hüftbeuger, steife Brustwirbelsäule, abgeschwächte Gesäß- und Rückenmuskulatur, Nackenverspannung durch Bildschirmhaltung.

Was dagegen hilft, ist nicht Dehnen allein, sondern Kräftigung der Gegenspieler plus Beweglichkeit in Hüfte und Brustwirbelsäule. Das lässt sich in ein normales Krafttrainingsprogramm einbauen, es braucht keine separate Rückenschule. Wer zweimal pro Woche Kniebeuge, Hüftstreckung, Zug und Druck sauber macht, deckt den größten Teil davon ab.

Was das am Riedberg konkret bedeutet

Ich trainiere seit 2019 im Frankfurter Norden, mit Schwerpunkt Riedberg und Kalbach. In der Praxis heißt das: Wir trainieren im FITSEVENELEVEN am Riedberg — kurzer Weg, volle Ausstattung — und legen die Termine dorthin, wo sie im Kalender stabil bleiben. Wer lieber draußen trainiert, tut das mit dem eigenen Körpergewicht in den Grünzügen ringsum.

Der Preis liegt bei 85 bis 95 Euro pro Einheit je nach Paketgröße, die Anfahrt im Frankfurter Norden ist enthalten. Das erste Kennenlerngespräch dauert 30 Minuten und kostet nichts. Mehr dazu auf der Seite Personal Trainer am Riedberg und unter Preise.

Der häufigste Fehler beim Wiedereinstieg

Wer nach Monaten oder Jahren wieder anfängt, plant fast immer zu ambitioniert. Vier Termine pro Woche, ab Montag, dazu Ernährungsumstellung — das hält zwei bis drei Wochen, dann kommt die erste anstrengende Arbeitswoche und alles fällt gleichzeitig weg.

Der belastbarere Weg ist der umgekehrte: mit der Zahl an Terminen anfangen, die auch in einer schlechten Woche funktioniert. Für die meisten Berufstätigen sind das zwei, für manche einer. Erst wenn dieser Rhythmus über acht Wochen gehalten hat, lohnt es sich, aufzustocken.

Das klingt nach weniger Fortschritt und ist in Wahrheit mehr, weil ein Jahr mit zwei Einheiten pro Woche mehr bringt als sechs Wochen mit vier und danach nichts.

Häufige Fragen

Wie viel Zeit muss ich pro Woche einplanen?

Bei zwei Einheiten im FITSEVENELEVEN am Riedberg: rund zweieinhalb Stunden pro Woche inklusive Weg und Umziehen. Mit einem Studio in der Innenstadt werden daraus schnell vier. Diese Differenz entscheidet in der Praxis darüber, ob es beim Vorsatz bleibt.

Reichen zwei Trainingseinheiten pro Woche wirklich?

Für Krafterhalt und für sichtbaren Aufbau bei Einsteigern: ja. Wichtig ist, dass es ein Ganzkörperprogramm ist und die Belastung über die Wochen steigt. Ein auf vier Tage ausgelegter Split funktioniert bei zwei Terminen nicht.

Ist Training am Morgen sinnvoll?

Physiologisch gibt es keinen klaren Vorteil gegenüber dem Abend. Organisatorisch schon: Frühe Termine werden seltener durch Arbeit oder Familie verdrängt. Der beste Zeitpunkt ist der, der stabil bleibt.

Ich pendle in die Innenstadt. Lohnt sich Training zu Hause?

Nur, wenn bei dir bereits eigenes Equipment steht — mitbringen kann ich keines. Für Pendler vom Riedberg ist das Studio meist die einfachere Lösung: Das FITSEVENELEVEN an der Altenhöferallee liegt im Stadtteil, der Weg dorthin ist kurz und kommt kaum zum Arbeitsweg dazu.

Was, wenn ich Termine oft verschieben muss?

Bei mir ist Verschieben bis zwei Tage vorher möglich, danach verfällt die Einheit. Wer beruflich sehr unregelmäßig ist, fährt mit einem festen Frühtermin plus einem flexiblen Wochenendtermin am besten.

Muss ich mir zu Hause etwas einrichten?

Nein. Wir trainieren im FITSEVENELEVEN am Riedberg, dort ist alles vorhanden. Zu Hause trainiere ich nur mit Kunden, die bereits eigenes Equipment besitzen.

Niklas Schenk

Niklas Schenk ist Personal Trainer in Frankfurt am Main. Er hat 2022 sein Studium der Fitnessökonomie (B.A.) abgeschlossen und arbeitet seit 2019 in der Trainingsbetreuung. Seine Schwerpunkte sind Krafttraining, Gewichtsreduktion, Medical Fitness und Ernährungscoaching.

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