Wanderwegschild an einer Holztreppe im herbstlichen Wald
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Die besten Outdoor-Trainingsspots im Frankfurter Norden

Die kurze Antwort

Der Frankfurter Norden hat für Training im Freien bessere Bedingungen als die Innenstadt: viel Fläche, wenig Gedränge, weicher Untergrund. Die sieben brauchbarsten Orte sind der Alte Flugplatz Bonames, die Niddaauen zwischen Heddernheim und Bonames, die Kalbacher Feldflur, die Grünzüge am Riedberg, der Martin-Luther-King-Park, der Niddapark und die Waldwege am Taunushang oberhalb Oberursels. Welcher passt, hängt weniger vom Ziel ab als vom Untergrund und von der Jahreszeit.

Die Orte im Überblick

OrtUntergrundEignet sich fürGanzjährigAnfahrt vom Riedberg
Alter Flugplatz BonamesAsphaltwege, Wiese, SchotterSprints, Antritte, Zirkeljaca. 10 Min.
Niddaauen Heddernheim–Bonamesweiche Wiese, feste WegeLaufanteile, Wiedereinstiegüberwiegendca. 8 Min.
Kalbacher FeldflurFeldwege, Schotterlange Intervalle, Gehen mit Rucksackjaca. 5 Min.
Grünzüge am Riedberggepflegter Rasen, WegeKörpergewicht, Mobilityüberwiegendzu Fuß
Martin-Luther-King-ParkRasen, Parkwegeruhige Einheiten, Mobilityüberwiegendca. 10 Min.
Niddaparkweite Wiesen, breite Wegealles außer Gerätetrainingjaca. 12 Min.
Taunuswege oberhalb OberurselWaldboden, SteigungBeinkraft, Ausdauer über Steigungjaca. 15 Min.
Person geht über einen Bohlenweg durch dichten grünen Wald

Alter Flugplatz Bonames

Die renaturierte Landebahn ist der ungewöhnlichste Trainingsort der Stadt. Was ihn ausmacht: eine lange, ebene, befestigte Fläche, wie man sie sonst nirgends öffentlich findet. Für Sprintserien, Antritte, Ausfallschritt-Strecken und Zirkel mit Laufanteil gibt es im Frankfurter Norden nichts Besseres.

Der Untergrund wechselt zwischen Asphaltresten, Schotter und Wiese — praktisch, weil sich Belastung über die Wahl der Fläche steuern lässt. Am Wochenende wird es voll, unter der Woche und morgens ist man fast allein.

Zu beachten: Teile des Geländes stehen unter Naturschutz. Auf den Wegen bleiben, keine Flächen abschnüren, Rücksicht auf Spaziergänger und Hunde.

Niddaauen zwischen Heddernheim und Bonames

Der Klassiker für alle, die weichen Untergrund brauchen. Die Wiesen entlang der Nidda sind flach und nachgiebig — die richtige Wahl nach einer Verletzung, bei Gelenkbeschwerden oder für alle, die nach längerer Pause wieder mit Laufanteilen anfangen.

Nachteil: Nach längerem Regen steht das Wasser stellenweise. Dann funktionieren die befestigten Uferwege besser als die Wiese. Im Hochsommer fehlt Schatten.

Kalbacher Feldflur

Zwischen Kalbach, Nieder-Eschbach und Harheim liegen kilometerlange Feldwege. Sie sind der unspektakulärste Ort auf dieser Liste und für bestimmte Zwecke der beste: lange, gleichmäßige Belastungen ohne Kreuzungen, ohne Ampeln, ohne Publikum.

Gut für Intervalle, für Gehen mit eigenem Rucksack und für alle, die beim Training ungern gesehen werden. Ganzjährig nutzbar, im Winter windig — das ist eher Merkmal als Nachteil.

Grünzüge am Riedberg

Der Riedberg ist jung geplant, entsprechend großzügig sind die Grünflächen zwischen den Quartieren. Für ein Körpergewichtsprogramm reicht das vollkommen, und der Weg dorthin ist für die meisten Bewohner ein Fußweg von unter fünf Minuten.

Was fehlt: Stangen, Bänke und Höhenunterschiede. Wer Klimmzüge im Programm hat, ist hier falsch.

Martin-Luther-King-Park

Die grüne Mitte der Nordweststadt und die naheliegende Wahl für alle, die dort in einer kleinen Wohnung leben. Ruhig, gepflegt, mit Bänken und Wegen. Für Mobility, Körpergewichtstraining und ruhige Einheiten gut geeignet, für laute oder ausladende Übungen weniger.

Niddapark

Der größte Park im Norden, breite Wege, weite Wiesen, gute Beleuchtung an den Hauptachsen. Für fast alles geeignet, dafür der belebteste Ort auf der Liste. Wer allein sein will, geht in die Feldflur.

Taunuswege oberhalb Oberursel

Der einzige Ort mit ernsthafter Steigung. Waldboden, uneben, teils steil — genau das macht ihn wertvoll. Bergaufgehen mit gepacktem Rucksack ist eines der wirksamsten und gelenkschonendsten Ausdauermittel überhaupt, und die Unebenheit trainiert Sprunggelenk und Stabilität nebenbei mit.

Anfahrt lohnt sich für längere Einheiten, für 45 Minuten eher nicht.

Was du wirklich brauchst

Weniger, als die meisten denken. Schuhe mit Grip, Kleidung in Schichten statt einer dicken Jacke, eine Matte für Bodenübungen. Trainingsgeräte bringe ich nicht mit: draußen wird mit dem eigenen Körpergewicht gearbeitet und mit dem, was an öffentlichen Fitness-Parks steht.

Was Training draußen von Training drinnen unterscheidet, ist nicht die Wirksamkeit, sondern die Planung: Bei Wind und Kälte braucht das Aufwärmen länger, bei Nässe fällt ein Teil der Übungsauswahl weg, und die Belastung lässt sich nicht am Gewicht ablesen, sondern muss über Tempo, Pausen und Wiederholungen gesteuert werden.

Welcher Ort zu welchem Ziel passt

Muskelaufbau. Der Untergrund muss fest und eben sein, sonst leidet die Technik. Alter Flugplatz, befestigte Wege am Riedberg oder die Parkwege im Martin-Luther-King-Park. Wiese ist für einbeinige und sprungbetonte Übungen ungeeignet, weil der Stand nachgibt.

Abnehmen und Ausdauer. Hier zählt Fläche und Abwechslung. Kalbacher Feldflur für lange, gleichmäßige Belastungen, Alter Flugplatz für Intervalle, Taunuswege, wenn Steigung dazukommen soll.

Nach einer Verletzung. Weicher, ebener Untergrund ohne Stolperfallen. Die Niddaauen sind dafür die erste Wahl, im Winter ersatzweise die befestigten Uferwege.

Beweglichkeit und Mobility. Ruhe ist wichtiger als Fläche. Martin-Luther-King-Park und die Grünzüge am Riedberg funktionieren gut, weil man dort ungestört auf einer Matte liegen kann, ohne im Weg zu sein.

Athletik für Vereinssportler. Wechselnder Untergrund und Platz für Sprints und Richtungswechsel — Alter Flugplatz und Niddapark.

Häufige Fragen

Wo kann man in Frankfurt draußen trainieren?

Im Norden sind der Alte Flugplatz Bonames, die Niddaauen, die Kalbacher Feldflur und der Niddapark die brauchbarsten Flächen. Sie sind alle öffentlich zugänglich und kostenlos nutzbar.

Braucht man für Outdoor-Training eine Genehmigung?

Für normales Training in öffentlichen Parks und auf Wegen nicht. Anders sieht es bei gewerblichen Gruppenkursen mit fest aufgebautem Material aus — dafür verlangen manche Kommunen eine Sondernutzungserlaubnis. Einzeltraining ist davon nicht betroffen.

Kann man draußen Muskeln aufbauen?

Bis zu einem Punkt ja. Entscheidend ist progressive Steigerung, nicht die Art des Geräts: Mit dem eigenen Körpergewicht lässt sich die Belastung über Hebel, Tempo, Umfang und Pausen lange systematisch erhöhen. Für schweres Aufbautraining ist das FITSEVENELEVEN am Riedberg der bessere Ort.

Was ist der beste Untergrund zum Trainieren?

Für Kraftübungen ebener, fester Boden — Asphaltweg oder kurzer Rasen. Für Laufanteile und nach Verletzungen weicher Untergrund wie Wiese oder Waldboden. Der Wechsel zwischen beiden ist selbst ein Trainingsreiz.

Geht Outdoor-Training auch im Winter?

Ja, mit längerem Aufwärmen und angepasster Übungsauswahl. Kritisch ist nicht die Kälte, sondern Glätte. Bei Frost auf befestigten Wegen bleiben oder nach drinnen wechseln.

Wo kann man in Frankfurt Klimmzüge machen?

Auf den hier genannten Flächen kaum — frei zugängliche Reckstangen sind dort selten. Dafür gibt es im Frankfurter Norden öffentliche Fitness-Parks mit Stangen und Barren. Wenn Zugübungen im Programm stehen, wählen wir gezielt eine solche Anlage oder trainieren im FITSEVENELEVEN am Riedberg.

Niklas Schenk

Niklas Schenk ist Personal Trainer in Frankfurt am Main. Er hat 2022 sein Studium der Fitnessökonomie (B.A.) abgeschlossen und arbeitet seit 2019 in der Trainingsbetreuung. Seine Schwerpunkte sind Krafttraining, Gewichtsreduktion, Medical Fitness und Ernährungscoaching.

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